Live Review: Martin Barre & Band 16.04.26 Dortmund
Verfasst: So Apr 19, 2026 5:30 pm
Habe das im Original in englischer Sprache verfasst, wenn es sich hier ein wenig sperrig liest, kann es also vielleicht auch an der KI Ăbersetzung liegen. 
Live-Review
Martin Barre & Band â A Brief History Of Tull
16. April 2026 â Musiktheater Piano, Dortmund
(Jogi Neumann)
Es schien fast wie ein Versprechen aus einer anderen Zeit, das ĂŒber diesem Abend lag: 2022, noch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie, verabschiedete sich Martin Barre von seinem Dortmunder Publikum mit der Zusage, zurĂŒckzukehren. Niemand wusste, dass es vier Jahre dauern wĂŒrde, dieses Versprechen einzulösen â doch gerade das verlieh diesem Konzert ein besonderes Gewicht und lieĂ die Spannung steigen, wie dieses lange aufgeschobene Wiedersehen wohl ausfallen wĂŒrde.
NatĂŒrlich war Martin in der Zwischenzeit alles andere als untĂ€tig. Er war ausgiebig durch die (derzeit nicht mehr ganz so) Vereinigten Staaten von Amerika getourt â fast so intensiv, dass man sich hĂ€tte fragen können, ob seine Freunde und Fans im guten alten Kontinentaleuropa vielleicht⊠vergessen wurden?!?
Aber nein â er lieĂ uns lediglich ein wenig lĂ€nger als erwartet geduldig warten und war nun endlich hier, um sein Versprechen einzulösen. Und ich kann schon jetzt verraten: Das Warten hat sich gelohnt.
Der Abend begann mit einer rauen und kraftvollen Version von âHunting Girlâ, die den Ton fĂŒr alles Folgende setzte. Trotz der langen Abwesenheit gab es nicht die geringste Spur von Zögern oder Distanz â Band und Publikum fanden sofort mit groĂer Leichtigkeit zurĂŒck in eine gemeinsame Sprache, als wĂ€re keine Zeit vergangen. Genau so, wie es bei einer alten, tiefen Freundschaft sein sollte, die selbst lange Abwesenheiten mĂŒhelos ĂŒbersteht.
Nach dem zweiten Song begrĂŒĂte Martin das Publikum und brachte den Geist des Abends auf den Punkt: âWe came back to make you happy!â Und genau das taten sie auch â mit einer unverblĂŒmt rockigen, regelrecht schweiĂtreibenden Tour-de-Force.
An dieser Stelle drĂ€ngt sich natĂŒrlich das ĂŒbliche Vokabular der Rockkritik auf: unglaublich eingespielte Band, majestĂ€tisches Gitarrenspiel, groĂartige Chemie, ansteckende Energie, mĂŒhelose Verbindung zum Publikum und all diese vertrauten Formulierungen. Und all das trifft an diesem Abend zweifellos zu und lĂ€sst sich ehrlich anwenden. Und doch wirken diese Begriffe unzureichend â nicht, weil sie falsch wĂ€ren, sondern weil sie nicht erfassen, was diesen Abend wirklich getragen hat: etwas zutiefst Emotionales und UngekĂŒnsteltes. Ein GefĂŒhl echter Verbundenheit von Menschen (auf und vor der BĂŒhne) und der Musik. Eine Verbindung, die weit ĂŒber musikalische Darbietung und Rezeption hinausgeht. Da war eine WĂ€rme, ein Vertrauen und eine gemeinsame Geschichte, die sich nur schwer in Worte fassen lĂ€sst und vermutlich auch keine ErklĂ€rung braucht. Denn wer es versteht, der versteht es.
Noch stĂ€rker wird das Ganze dadurch, wie selbstverstĂ€ndlich diese Emotion von den Musikern selbst getragen wird. Martin und seine hervorragende Band spielen diese Musik nicht aus der Distanz eines Erbes heraus, sondern aus ihrem Inneren. Jede Note wirkt nicht einfach gespielt, sondern gelebt. SĂ€nger Dan Crisp vermeidet jede offensichtliche Falle: Er versucht weder Ian Anderson zu imitieren, noch stellt er sich gegen ihn. Er lebt die Songs einfach als seine eigenen und lĂ€sst sie im Hier und Jetzt, im Augenblick existieren, statt sie als museale StĂŒcke zu behandeln, denen er lediglich Tribut zollen mĂŒsste.
Das Set bestand aus folgenden StĂŒcken:
Hunting Girl / Back To Steel / A New Day Yesterday / For A Thousand Mothers / Heavy Horses / Thick As Brick (Iâve come down from the upper class) / To Cry You A Song / Minstrel In The Gallery / Misere / Serenade To A Cuckoo (Martin an der Flöte) / My God (inkl. Palladio) / Sea Lion / Peace and Quiet / My Sunday Feeling / Song For Jeffrey / Steel Monkey / Hymn 43 / Teacher / Aqualung
Alles gespielt mit nahezu ĂŒberwĂ€ltigender Kraft und PrĂ€zision. Doch trotz dieser enormen Wucht blieb vor allem nicht die reine Kraft im GedĂ€chtnis, sondern ein auĂergewöhnliches GefĂŒhl von Lebendigkeit, Leidenschaft, Seele und â ja â Liebe, das sich durch alles auf der BĂŒhne und im Raum zog.
Ein unvergesslicher, intimer Abend unter Freunden â mit dem Versprechen, sich wiederzusehen, hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft. (JN)
Live-Review
Martin Barre & Band â A Brief History Of Tull
16. April 2026 â Musiktheater Piano, Dortmund
(Jogi Neumann)
Es schien fast wie ein Versprechen aus einer anderen Zeit, das ĂŒber diesem Abend lag: 2022, noch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie, verabschiedete sich Martin Barre von seinem Dortmunder Publikum mit der Zusage, zurĂŒckzukehren. Niemand wusste, dass es vier Jahre dauern wĂŒrde, dieses Versprechen einzulösen â doch gerade das verlieh diesem Konzert ein besonderes Gewicht und lieĂ die Spannung steigen, wie dieses lange aufgeschobene Wiedersehen wohl ausfallen wĂŒrde.
NatĂŒrlich war Martin in der Zwischenzeit alles andere als untĂ€tig. Er war ausgiebig durch die (derzeit nicht mehr ganz so) Vereinigten Staaten von Amerika getourt â fast so intensiv, dass man sich hĂ€tte fragen können, ob seine Freunde und Fans im guten alten Kontinentaleuropa vielleicht⊠vergessen wurden?!?
Aber nein â er lieĂ uns lediglich ein wenig lĂ€nger als erwartet geduldig warten und war nun endlich hier, um sein Versprechen einzulösen. Und ich kann schon jetzt verraten: Das Warten hat sich gelohnt.
Der Abend begann mit einer rauen und kraftvollen Version von âHunting Girlâ, die den Ton fĂŒr alles Folgende setzte. Trotz der langen Abwesenheit gab es nicht die geringste Spur von Zögern oder Distanz â Band und Publikum fanden sofort mit groĂer Leichtigkeit zurĂŒck in eine gemeinsame Sprache, als wĂ€re keine Zeit vergangen. Genau so, wie es bei einer alten, tiefen Freundschaft sein sollte, die selbst lange Abwesenheiten mĂŒhelos ĂŒbersteht.
Nach dem zweiten Song begrĂŒĂte Martin das Publikum und brachte den Geist des Abends auf den Punkt: âWe came back to make you happy!â Und genau das taten sie auch â mit einer unverblĂŒmt rockigen, regelrecht schweiĂtreibenden Tour-de-Force.
An dieser Stelle drĂ€ngt sich natĂŒrlich das ĂŒbliche Vokabular der Rockkritik auf: unglaublich eingespielte Band, majestĂ€tisches Gitarrenspiel, groĂartige Chemie, ansteckende Energie, mĂŒhelose Verbindung zum Publikum und all diese vertrauten Formulierungen. Und all das trifft an diesem Abend zweifellos zu und lĂ€sst sich ehrlich anwenden. Und doch wirken diese Begriffe unzureichend â nicht, weil sie falsch wĂ€ren, sondern weil sie nicht erfassen, was diesen Abend wirklich getragen hat: etwas zutiefst Emotionales und UngekĂŒnsteltes. Ein GefĂŒhl echter Verbundenheit von Menschen (auf und vor der BĂŒhne) und der Musik. Eine Verbindung, die weit ĂŒber musikalische Darbietung und Rezeption hinausgeht. Da war eine WĂ€rme, ein Vertrauen und eine gemeinsame Geschichte, die sich nur schwer in Worte fassen lĂ€sst und vermutlich auch keine ErklĂ€rung braucht. Denn wer es versteht, der versteht es.
Noch stĂ€rker wird das Ganze dadurch, wie selbstverstĂ€ndlich diese Emotion von den Musikern selbst getragen wird. Martin und seine hervorragende Band spielen diese Musik nicht aus der Distanz eines Erbes heraus, sondern aus ihrem Inneren. Jede Note wirkt nicht einfach gespielt, sondern gelebt. SĂ€nger Dan Crisp vermeidet jede offensichtliche Falle: Er versucht weder Ian Anderson zu imitieren, noch stellt er sich gegen ihn. Er lebt die Songs einfach als seine eigenen und lĂ€sst sie im Hier und Jetzt, im Augenblick existieren, statt sie als museale StĂŒcke zu behandeln, denen er lediglich Tribut zollen mĂŒsste.
Das Set bestand aus folgenden StĂŒcken:
Hunting Girl / Back To Steel / A New Day Yesterday / For A Thousand Mothers / Heavy Horses / Thick As Brick (Iâve come down from the upper class) / To Cry You A Song / Minstrel In The Gallery / Misere / Serenade To A Cuckoo (Martin an der Flöte) / My God (inkl. Palladio) / Sea Lion / Peace and Quiet / My Sunday Feeling / Song For Jeffrey / Steel Monkey / Hymn 43 / Teacher / Aqualung
Alles gespielt mit nahezu ĂŒberwĂ€ltigender Kraft und PrĂ€zision. Doch trotz dieser enormen Wucht blieb vor allem nicht die reine Kraft im GedĂ€chtnis, sondern ein auĂergewöhnliches GefĂŒhl von Lebendigkeit, Leidenschaft, Seele und â ja â Liebe, das sich durch alles auf der BĂŒhne und im Raum zog.
Ein unvergesslicher, intimer Abend unter Freunden â mit dem Versprechen, sich wiederzusehen, hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft. (JN)