Ich sehe das (leicht) anders als Unisono (übrigens: wirklich schön, Dich mal in natura gesprochen zu haben). Ich finde, das war eigentlich nicht sonderlich erwähnenswert, wer die Songs geschrieben hat. Da wurde ja ganz offensichtlich viel von dem gespielt, bei dem Martin wohl ziemlich amtlich (mit)arrangiert hat. Und seine Bemerkung über IA (ich durfte einen eigenen Track pro Konzert spielen, das hat er dann aber genau beobachtet) empfand ich als ohne Häme, mit einem Augenzwinkern - da wurde im Publikum ja letztlich auch geschmunzelt.
generell: ich bin ja durchaus "Fan der Martin Barre Band und besonders viele seiner eigenen Sachen (grad die ersten zwei Alben und auch seinen eigenen Gesang finde ich ganz wunderbar!), musste dann aber erschreckenderweise feststellen, dass ich die Alben zwar alle habe, aber die Band so -als JT Tribute- noch nie live gesehen habe. Von den Gigs in Siegburg (da kann ich tatsächlich mit dem Landbus hinfahren!) wusste ich damals zwar, konnte aber jobbbedingt nicht.
Der Abend startete bereits fantastisch, Ulla holte mich ab, es gab noch nen Kaffee und viel zu erzählen, wir hatten uns doch wirklich lange nicht gesehen. Und genauso ging es dann weiter, als in der Harmonie alte Freunde gesichtet wurden: Besi, Martin, Achim, etc. Es gab viel zu erzählen und das war wunderschön - trotz oder gerade wegen teils mittlerweile grauer Haare

. Das war fast schon schade, dass das Konzert dann pünktlich anfing.
Der Laden (toll und generell empfehlenswert!) war gut besucht, nicht ganz ausverkauft, aber sehr gut gefüllt. Was ich an Tribute Bands (so nenne ich das jetzt einfach mal) immer schwierig finde, ist besonders, wenn der Sänger versucht, einen charismatischen "Original"Sänger irgendwie zu imitieren. Ich sag's direkt: Dan Crisp hat das zu 80% super hinbekommen und sich die Songs zu eigen gemacht (meine Lieblingscoverversionen von JT Songs sind noch immer von den "Soul Drivers", ital. Convention 2001, der ein oder andere erinnert sich), besonders bei den bluesigen Sachen war das richtig geil! Dazu: er spielt ganz vorzüglich Gitarre und immer wieder gab es zweistimmige Läufe zwischen Martin und Dan und zusätzlich wurde auch rhythmisch der eine oder andere Klassiker komplett umgekrempelt. Höhepunkt diesbezüglich: das Synthriff von "Steel Monkey" am Bass gespielt und darüber dann ein Brett von zwei Gitarren - wirklich amtlich! Und es war sehr befriedigend -das ist mein einziger Seitenhieb, entschuldigt- ein ganzes Konzert mit JT Songs ohne einen einzigen gesanglichen Fehltritt und entsprechendes Fußnägelhochrollen und mitfiebern ("trifft er den Ton?") zu erleben.
Was die "Seele" angeht: man merkt einfach, wie sehr Martin es genießt, live zu spielen. Das ist egal, wie groß oder klein der Gig ist (1998 -ich war derjenige der brüllte "it was 28 years ago!" waren es wohl nur 50 Zuschauer, dafür war die Aftershowparty im Maritimhotel echt legendär

), es machte nicht den Eindruck, dass er da was runterspielt, sondern alle auf der Bühne hatten scheinbar richtig Bock und das hat hat bis in die letzte Reihe gezündet.
Es gibt also echt nichts zu meckern, außer vielleicht, dass ich grad feststellen musste, dass die neue CD, erscheint am 1.5. und lag bereits am Merch, mit 40 Euro mehr als doppelt bepreist war, wie bei jpc (18,99). Anyway, support your favourite musicians!
Der Abend endete dann im Hof der Harmonie mit noch mehr netten Gesprächen und für Ulla und mich in meinem Wohnzimmer mit ner Pulle Rotwein, es gab wirklich viel zu erzählen
