mart hat geschrieben:Auch wenn wir wahrscheinlich nie erfahren werden, was denn nun genau vorgefallen ist.
Nichts ist vorgefallen, das genau ist der Punkt. Wir haben es hier nicht mit einer Kombo alter Kumpels zu tun, die sich über irgendetwas streiten, sondern mit einem sich mittlerweile deutlich überschätzenden Egomanen mit senilen Anfällen, der seine eigenen Lügen nicht mehr glaubt. Hier nur zwei Beispiele, die ich nicht durch Quellen nachweisen muss, weil sie jeder schon mal in der einen oder anderen Form gehört haben dürfte, und zwar von seiner Scheinheiligkeit selbst:
1. Ohne Martin Barre wird es kein Jethro Tull geben.
2. Jethro Tull ist eine Band und nicht Ian Anderson solo.
Als ich im August 1980 aus der Musikfachzeitschrift HÖRZU erfuhr, dass Evan, Barlow und Palmer die Band "verlassen" hätten, war ich einigermaßen erstaunt, hatte ich Tull doch gerade ein paar Monate vorher auf der Stormwatch Tour so stark wie selten erlebt. Als ich dann ein paar Jahre später von den wahren Umständen erfuhr, war ich geschockt und wollte die Geschichte nicht glauben. Mittlerweile wundert mich nur, dass die drei es überhaupt schriftlich bekommen haben.
Nun kann der geneigte Fan immer einwerfen, dass der Mann ein Genie sei, und die sind bekanntlich schwierig. Leider geht diese Sicht der Dinge nicht mehr konform mit dem künstlerischen Output (mir fällt gerade kein anderes Wort ein) des Herrn mit der Flöte. Um zukünftig weiter mit diskutieren zu können, müsste ich mir wohl das Zitadellen Event ansehen, aber nach den jüngsten Erfahrungen und der Einstellung, mit der der einbeinige Rattenfänger des Rock an die Sache herangeht (ein Schüler aus dem Akkordeon Orchester von Ulm an den Keyboards, ein Rentner am Bass, das ganze garniert mit einem drittklassigen Provinzorchester), habe ich überhaupt keine Lust, mal eben 60 Tacken auf der Webseite meines Vertrauens zu hinterlassen, um das Hobby eines alternden ex-Rockmusikers zu finanzieren.
Das klingt jetzt so, als wäre ich von der ganzen Affäre ziemlich angepisst. Und wenn ich es mir recht überlege, bin ich das auch.
Wer mag, kann sich das "neue Konzept" natürlich weiterhin schön reden. Das sei jedem überlassen (und gegönnt). Aber es sollte auch klar sein, dass der Mann einen Scheißdreck darauf gibt, was wir, das zahlende Publikum, von seinen Flötenversuchen á la Galway halten, wenn er den letzten professionellen Musiker "seiner" Band durch einen Aushilfskarajan am Kindercasio ersetzt - und zwar, ohne Zweifel, aus Kostengründen. Von mir als Publikum wird erwartet, dass ich jedes Jahr mehr Geld für eine Eintrittskarte bezahle. Dafür bekomme ich dann immer weniger geboten - weniger ist mehr and all that.
Mir stinkt's.
KH